Verlorene Klassen? | Vortrag mit Alexandra Weiss

Dienstag, 10. Oktober 2017, 19 Uhr

Uni Innsbruck, Josef-Möller-Haus, HS 1 (1. Stock) – Eingang Geiwi-Turm

Mit dem Ende des sozialstaatlich gezähmten Kapitalismus geht auch ein Aufstieg der Rechten in ganz Europa einher. Der damit verbundene Angriff auf demokratische Grundwerte wird oft den „Unterschichten“ angelastet.
Der Vortrag will Gründe für den Aufstieg der Rechten, das Versagen der parlamentarischen Linken aber auch Perspektiven einer Politisierung und Demokratisierung innerhalb und jenseits überkommener (partei-) politischer Strukturen diskutieren.

Vortrag und Diskussion mit Alexandra Weiss, Universitätslektorin und freie Wissenschaftlerin

Eine Veranstaltung der Kritischen Uni Innsbruck, des Renner-Instituts Tirol und der Grünen Bildungswerkstatt Tirol.

Der Zugang zum Hörsaal ist vom Eingang Geiwi-Turm ausgeschildert.

LV: Klassiker der Gesellschaftskritik

Wir freuen uns, dass wir auch im kommenden Semester eine Lehrveranstaltung anbieten können. Mag. Mag. Dr. Martin Haselwanter hat sich bereit erklärt, das Seminar „Klassiker der Gesellschaftskritik“ im Rahmen der Kritischen Uni anzubieten – danke dafür!

Anhand drei aufbauender Themenblöcke wird mittels der Lektüre „klassischer Texte“ erstens der Frage nachgegangen, was mit dem Begriff Kritik bzw. Gesellschaftskritik gemeint ist. Zweitens wird konkret auf Strömungen gesellschaftsanalytischen Denkens – marxsche Theorie, Psychoanalyse, Feminismus, Postmoderne – Bezug genommen. Drittens finden besonders aktuelle Debatten Beachtung (Sexismus, Flucht, Migration, Religion etc). Behandelt werden:

  • Platon: Höhlengleichnis
  • De La Boëtie: Von der freiwilligen Knechtschaft des Menschen
  • Kant: Was ist Aufklärung
  • Engels/Marx: Kommunistisches Manifest
  • Lafargue: Recht auf Faulheit
  • Most: Gottespest
  • Freud: Über eine Weltanschauung
  • Reich: Einbruch der sexuellen Zwangsmoral
  • Horkheimer: Traditionelle und Kritische Theorie
  • Debord: Gesellschaft des Spektakels
  • Della Costa: Die Frauen und der Umsturz…
  • Lyotard: Was ist Postmodern
  • Harraway: Cyborg Manifesto
  • Žižek: Der neue Klassenkampf: Die wahren Gründe für Flucht und Terror

Zur Anmeldung geht’s hier (LV-Verzeichnis)!

 

Kapitalismuskritik – das Seminar zum Nachlesen

Für alle, die es im letzten Semester nicht in unser 1. selbstverwaltetes Seminar geschafft haben: Einige Präsentationen und Handouts der Seminarteilnehmer_innen sind hier einsehbar – danke an alle fürs Mitarbeiten und für die Bereitstellung der Materialien!

  1. Kapitalismuskritik – eine Einführung
  2. Formen der Kapitalismuskritik
  3. Einführung in die Kritik der Politischen Ökonomie
  4. Normalität
  5. ethisches Wirtschaften / Allison
  6. Alternativen zum Kapitalismus

Wirtschaftsdemokratie-Vortrag von Prof. Weber zum Nachlesen

Dankenswerterweise hat uns Prof. Wolfgang G. Weber (Universität Innsbruck) seine beim Vortrag vom 6. Juni 2017 verwendete Präsentation zur Verfügung gestellt. Sie bietet nicht nur einen guten Überblick über zentrale Konzepte der Wirtschaftsdemokratie, sondern zudem ausfühlrliche Literaturhinweise zur Vertiefung.

Ein Hinweis: Solche Zusammenstellungen geben immer ein sehr verkürztes Bild einer Sache, weshalb Interessierte gebeten sind, gezielt Literatur, die in der Präsentation angegeben ist, zu lesen, um ein realistisches Bild der Wirtschaftsdemokratie zu gewinnen. Sollten bestimmte Texte nicht mehr über Internet oder Bibliothken erhältlich sein, können diese bei Prof. Weber angefragt werden.

Die Präsentation findet sich hier.

Kinobesuch „Der junge Karl Marx“

Gemeinsamer Besuch des Kinofilms „Der junge Karl Marx“ – ein biographischer Film über die jungen, wilden, revolutionären Jahre von Karl Marx

„Vor dem Kommunistischen Manifest kamen Sauftouren durch Paris“ (Süddeutsche Zeitung)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zc0OTOJC00A

1844. Der 26-jährige Karl Marx lebt notorisch verschuldet und von Existenzängsten geplagt mit seiner Frau Jenny im Pariser Exil. Als er den kaum jüngeren Friedrich Engels kennenlernt, verachtet er den Sohn eines Fabrikbesitzers zunächst als Dandy. Doch Engels hat gerade auf der Basis eigener Erlebnisse seine Studie über die Verelendung des englischen Proletariats publiziert und längst begonnen, sich von seiner Klasse zu entfernen. Sie werden Freunde, inspirieren sich als Gleich­gesinnte und verfassen Schriften, mit denen sie der unvermeidlich erscheinenden Revolution einen theoretischen Überbau geben wollen. Ihr Anspruch ist es, die Welt nicht mehr nur zu interpretieren, sondern sie grundlegend zu verändern. Der Widerstand konservativer Kräfte und die internen Machtkämpfe innerhalb der Linken spornen sie dabei nur an.

Eintrittspreis im Leo: 7-8 Euro
Treffpunkt: 19:30 Uhr Leokino

Infos: Facebook oder kritischeuni.innsbruck@gmail.com

Aktuelle Debatten der Kapitalismuskritik

Selbstverwaltetes Seminar
Dass sich das Ende der Welt einfacher vorzustellen ist als das Ende des Kapitalismus ist mittlerweile zum geflügelten Wort geworden. Doch gerade diese Phantasie brauchen Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen gleichermaßen, wenn es darum geht, das gegenwärtig herrschende Wirtschaftssystem einer grundlegenden Kritik zu unterziehen – zwecks besserem Verständnis, Meinungsbildung und der immer aktuellen Frage nach Alternativen. Im Seminar sollen deshalb folgende Themenkomplexe zur Debatte gestellt werden:

  • Was ist Kapitalismus, was seine Kritik?
  • Wie hat er sich historisch entwickelt?
  • Welche Auswirkungen hat er auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt?
  • Wie sehen die Alternativen aus?

Dieses Seminar wurde von Studierenden initiiert und wird von allen Teilnehmer_innen gemeinsam gestaltet. ECTS-Punkte gibt’s keine, dafür aber Selbstbestimmung und Raum für kritisches Denken in einer lockeren Atmosphäre. Das Seminar steht allen Interessierten offen. Eine Inskription ist nicht nötig.

Zeit: dienstags, 17-18:30 Uhr
Beginn: 14. März 2017
Ort: SR 40620, Geiwi 6. Stock

Universität Innsbruck – Mitbestimmung der Studierenden immer weiter eingeschränkt.

Die Mitbestimmung und Mitgestaltung der Studierenden an der Leopold Franzens Universität Innsbruck wird immer weiter eingeschränkt. So gibt es in der gegenwärtigen universitären Realität, die vom passiven Auswendiglernen und sturem ECTS-Punkte Sammeln bestimmt ist, kaum mehr Möglichkeiten für Student_innen, sich selbstständig, emanzipatorisch und kritisch mit Wissen innerhalb von Universität auseinanderzusetzen. Die ursprüngliche Aufgabe der Universität, kritische Wissenschaft zu betreiben und die bestehenden verfestigten Strukturen, Systeme und Hierarchien zu hinterfragen, sichtbar zu machen und neu zu gestalten, ist dadurch gefährdet. Mittlerweile sind alle Errungenschaften, der letzten Student_innenbewegung, wieder zunichte gemacht worden. Weiterlesen

Vortrag “Ökonomie der Verschuldung – Privatisierung und Universität”

Sehr geehrte, liebe Studierende,
wir würden Sie gerne zu einer besonderen Veranstaltung einladen, die im Rahmen unseres Euregio-Mobility-Projektes “The Debt Complex” und unserer gleichnamigen Ringvorlesung stattfinden wird.

Am Dienstag, 21. Juni 2016 wird Maurizio Lazzarato (Paris) einen Vortrag mit dem Titel “Ökonomie der Verschuldung – Privatisierung und Universität” halten. Beginn ist 18 Uhr c.t. in der Aula.

Maurizio Lazzarato ist Soziologe und Philosoph. Er lebt und arbeitet in Paris, wo er zu immaterieller Arbeit, neoliberaler Schuldenökonomie, kognitivem Kapitalismus und „postsozialistischen“ Bewegungen forscht. Zuletzt sind seine Essays La fabrique de l’homme endetté : Essai sur la condition néolibérale (2011; dt. Die Fabrik des verschuldeten Menschen: Ein Essay über das neoliberale Leben) und Gouverner par la dette (2014; engl. Governing by Debt) erschienen. Gemeinsam mit der Gruppe Knobotic Research entwickelte er für die Biennale in Venedig das Projekt „IO_dencies / Immaterielle Arbeit“, mit Angela Melitopoulos produziert er Videoinstallationen. Zuletzt beschäftigte sich Maurizio Lazzarato mit verschiedenen Ausformungen der prekären Arbeit.

Über Ihr Kommen würden wir uns sehr freuen.

Vortrag & Diskussion: KRIEGSGEBIET – Unterdrückung und Revolution in Kurdistan

mit Gamze Eren vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der Kurd_innen Innsbruck.

Am 16. März 2016 um 19:00 Uhr im HS3 GeiWi Innsbruck (Innrain 52)

Bildschirmfoto 2016-03-04 um 15.19.05

Die Kurd_innen drohen oft in ihrer Geschichte in Vergessenheit zu geraten – sobald sie ins Rampenlicht treten, liegt stets Unheil über den kurdischen Gebieten – so wie heute, könnte eins meinen.
Die Befreiung der umkämpften Stadt Kobanê an der türkisch-syrische Grenze begleitet die Entwicklung eines autonomen, basisdemokratischen, geschlechtergerechten und ökologischen Gesellschaftskonzepts in Teilen Kurdistans. Die kurdische Befreiungsbewegung bietet ein Modell jenseits von Islamismus, Terror und Staat – den demokratischen Konföderalismus.
Jegliche Forderungen nach mehr Selbstbestimmung werden jedoch im Keim erstickt, die Ausgangssperren in den kurdischen Städten der Türkei, die Belagerung mit etlichen Panzern sowie Soldat_innen und die brutale Vorgehensweise der türkischen Sicherheitskräfte forderten bis heute mindestens 224 Zivilist_innen das Leben, darunter auch Kleinkinder. Seit den Neuwahlen in der Türkei am 1. November 2015, die dem Machterhalt der AKP und Erdogan dienten, macht sich aufgrund der kriegerischen Politik eine Art Pogromstimmung unter der türkischen Mehrheitsbevölkerung breit und schürt nationalistische Reflexe. So spielt sich das Leben der Kurd_innen zwischen Unterdrückung und Revolution ab.