(Zeiten und Orte im LV-Verzeichnis der Universität Innsbruck. Nicht-Studierende sind auch ohne vorige Anmeldung über LFU:online willkommen.)
Seminar “Politisches Theater performen!”
Nicolas Dabelstein (Autor & Regisseur, Innsbruck)
Zum Vortragenden:
2002 Gründung und Leitung der freien Theatergruppe „theater turbine“ in Wien.
2000-2006 Regiearbeiten in der Arena, Volkstheater, dieTheater Künstlerhaus, Schauspielhaus und Theater Drachengasse in Wien.
Seit 2006 freier Autor und Regisseur u.a. für den ORF, 3Sat, Arte, Dokumentarfilmmacher, zuletzt 2009 „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“, Drehbuchautor.
Seit 2009 Lehrer für szenischen und künstlerischen Unterricht an der Schauspielschule Innsbruck, Regiearbeiten in Innsbruck u.a. am Tiroler Landestheater, Tiroler Dramatikerfestival und bei „theater trifft“.
Inhalt:
Im Workshop “Politisches Theater performen!” werden wir uns mit der Theorie und Praxis der Geschichte des deutschsprachigen politischen Theaters von Erwin Piscator bis Rene Pollesch auseinandersetzen. Das Ziel dieser Lehrveranstaltung ist jedoch dies nicht nur geisteswissenschaftlich-intellektuell, sondern auch kreativ-sinnlich zu tun und beide Aspekte zu vereinen. Das heißt, dass sich die Studierenden von den recherchierten Themata zu theoretischen Vorträgen einerseits und dann in weiterer Folge zu künstlerischen Performances inspirieren lassen. Diese werden unter der Anleitung des LV-Leiters zu einer einzigen Abschlussperformance verschmolzen, die am Ende des Semesters an der Universität aufgeführt werden soll.
Seminar “”Schönheit fördert das Wachstum von Humanität” (Friedrich Schiller) – Vom Nutzen der Schönheit”
Petra Kofler (Innsbruck)
Inhalt:
Schönheit und Nützlichkeit – ein Widerspruch? Ist es überhaupt sinnvoll, sich in Zeiten einer Wirtschaftskrise mit dem Thema Schönheit auseinanderzusetzen und dann auch noch nach dem Nutzen von Schönheit zu fragen? In einer Zeit, wo die Ratio stark überbewertet wird, die Aufgaben stark zweckgewidmet sind und sich alles rechnen und schließlich evaluieren lassen muss? Schönheit lässt sich nicht evaluieren, liegt sie doch meist im Auge des Betrachters/der Betrachterin. Zudem erfordert sie Zeit und Muße mit dem Ergebnis, emotional zu berühren. Worin liegt das Geheimnis von Schönheit? Ist Schönheit reine Geschmacksache? Ist sie überhaupt notwendig und nicht unnötiger Luxus?
In diesem Seminar wollen wir uns dem Geheimnis Schönheit annähern, und zwar dem Schönen in der Natur, in der Kunst und dem Schönheitshandeln – “sich schön machen” – von Frauen und Männern im Hinblick auf Nutzen und Einfluss in unserer Gesellschaft.
Seminar “Konzepte und Forschungsergebnisse der Kritischen Psychologie”
Sabine Gamper und Sebastian Roth (Innsbruck)
Inhalt:
Das Seminar soll Raum zur aktiven Auseinandersetzung mit Denkweise und Grundbegriffen der Kritischen Psychologie (im Sinne Holzkamps) geben. Die Kritische Psychologie entwickelte sich ausgehend von der Wissenschaftskritik der StudentenInnnenbewegung zu einer Gesellschafts- und Psychologiekritik im weitesten Sinne. Sie distanziert sich beispielsweise von der experimentellen psychologischen Forschung und entwickelt einen alternativen methodischen und wissenstheoretischen Ansatz. Der Mensch wird in der Kritischen Psychologie nicht als isoliertes Individuum betrachtet, sondern in seiner gesamtgesellschaftlichen Verwobenheit. Es geht darum Menschen (im Forschungsprozess) nicht wie Objekte zu behandeln, die durch Umwelt- und genetische Faktoren determiniert sind. Stattdessen werden Menschen als begründet handelnde Subjekte gesehen – als MitforscherInnen – die in der Lage sind, sich ihrer Umwelt nicht nur anzupassen, sondern diese zu verändern.
Seminar “kritisches Gewebe knoten”
Judith Klemenc (Innsbruck)
Inhalt:
Wir werden uns nicht nur mit der Frage: „Was ist Kritik?“ auseinandersetzen, sondern uns vor allem der Frage als politisches, soziales und personales Subjekt stellen. Wir werden uns ihr aussetzen, uns darin dezentrieren, verschieben, so dass Variationen von Subjektfigurationen mehrwertige Handlungsperspektiven eröffnen. Wir werden kreative und partizipative Entfaltungen spinnen und ein kritisches Gewebe knoten, so dass sich mannigfaltige Bewegungsmöglichkeiten in vielseitigen Richtungen eröffnen. Wir werden Stränge der Prozesserhaltung und Prozessumformung verweben um so in einer vielleicht auch reflexiven Anerkennung des Anderen als Andere von uns ein kritisches Gewebe mit einer Solidarität verknoten, die in Prozessen der Desubjektivierung zu kritischen Handlungsweisen ermutigen.
Seminar “Politische Philosophietheorien”
Tilo Schabert (München)
(entfällt leider)
Seminar “Sozialer Widerstand. Die Kulturen von sozialen Bewegungen.”
Sandra Schildhauer, Andrea Umhauer
Inhalt:
Innerhalb des Seminars werden verschiedene Aspekte sozialen Widerstands analysiert und diskutiert. In Augenschein genommen werden die gesellschaftliche Verortung bestimmter Bewegungen, ihre Formen und Inhalte ebenso wie ihre Bedeutung für eine kritische Gesellschaftstheorie.
Verschiedene Formen politischer Repression und gesetzlicher Verschärfungen bringen Menschen auf die Straße, um sich für die Ziele einer politischen Zivilgesellschaft einzusetzen und gegebene Machtverhältnisse zu verschieben. Protestformen in Entstehung und Entwicklung, wie etwa ihre politische Vereinnahmung und Militarisierung, werden ins Blickfeld gerückt. Anhand von Beispielen werden auf theoretischer Ebene die Möglichkeiten sozialen Widerstands als kritische Praxis der Negativität durchleuchtet. Themenschwerpunkte sind die politische Einordnung der #unibrennt Bewegung in Österreich, eine kritische Diskussion über Basisdemokratie und gruppendynamische Prozesse und eine Analyse des Einsatzes verschiedener Kommunikationskanäle innerhalb der Bewegung. Des Weiteren lassen sich anhand der Tierrechtsprozesse die Kriminalisierung von Protest und die staatliche Repression gegenüber politischen Aktivist*innen aufzeigen. Als dritter thematischer Block wird die Bedeutung des zapatistischen Aufstands in Mexiko als Teil eines weltweiten Strebens nach Verschiebung von Machtverhältnissen hinzugezogen.
Interessenschwerpunkt können während des Semesters festgelegt, ergänzt etc. werden.
Vortrag “Vorratsdatenspeicherung – Notwendiges Ermittlungswerkzeug oder Symptom eines repressiven Staates?”
Clemens Lassnig
Donnerstag 19.4., 19:00 in Geiwi HS 2
Inhalt:
Mit 1. April 2012 wird Österreich die Vorratsdatenspeicherung einführen und man implementiert damit eine sehr umstrittene Methode mit dem Ziel der Gefahrenprävention. Von ihren BefürworterInnen wird sie als unumgänglich bezeichnet, KritikerInnen hingegen sehen darin eine Verletzung der Grundrechte und einen Schritt zum Überwachungsstaat. Der Vortrag soll allen Interessierten einen Überblick über die verschiedenen Aspekte dieses Themas geben, das einerseits medial unterrepräsentiert aber andererseits in Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre von äußerster Wichtigkeit ist.
Viel Spaß mit dem Angebot der Kritischen Uni im SS 2012!