Anmeldungen & Plenum

Das neue Semester steht ja vor der Türe und das erste Seminar der Kritischen Uni („Widerstandsrecht, Solidarität, Utopie: Perspektiven der neueren Protestbewegungen“, Schönherr-Mann Hans-Martin) beginnt schon mit nächstem Mittwoch. Das heisst die entsprechende Anmeldefrist für dieses Seminar läuft nur mehr bis 30.9. und wir wollen nochmal ganz speziell drauf aufmerksam machen.

Bis auf das Seminar „Commons als politische Strategie und wissenschaftliches Analyseinstrument“ (Kratzwald Brigitte) sieht es auch mit Anmeldungen schon sehr gut aus – da man sich aber immer bis knapp vor dem Beginn der Seminare anmelden kann ist es hier noch nicht so eilig.

Es gibt auch schon einen Termin für das erste Plenum, wo alle an der Kritischen Uni Interessierten eingeladen sind, und zwar:
> Montag, 1.10., ab 19:00 im Geiwimax
(für alle die etwas putzmotiviert sind, treffen wir usn schon um 18h und richten den Raum etwas fürs neue Semester her)

Guten Start ins WS 2012/13!

Initiativen im WS 2012/13 außerhalb Innsbrucks

Auch in Wien, Klagenfurt und Bremen gibt es ähnliche Initiativen, die hier kurz vorgestellt werden sollen:

LVs der Kritischen Uni im WS 2012/13

(Zeiten und Orte im LV-Verzeichnis der Universität Innsbruck. Nicht-Studierende sind auch ohne vorige Anmeldung über LFU:online willkommen.)

Geschlecht und Ethnizität im visuellen Feld – künstlerische Praktiken und ästhetische Strategien gegen Stereotypisierung

Ana Hoffner (Wien)

Im Seminar sollen Darstellungen von vergeschlechtlichter und ethnisierter Andersartigkeit in den Medien untersucht werden, um herauszufinden, welche Effekte durch visuelle und diskursive Repräsentationen erzeugt werden, d.h. wie Geschlecht und Ethnizität mit Hilfe medialer Darstellungen konstruiert und in Herrschaftsverhältnisse eingebettet werden. Es sollen jene Repräsentationen in Frage gestellt werden, die Stereotypisierung herstellen, indem ihr Aufbau und ihre Wirkungsweise analysiert werden und auf ihre historischen Wurzeln und die damit verbundene Kontinuität der Kategorisierung und Klassifizierung von Subjekten verwiesen wird. Auf welche tradierten Vorstellungen und Bilder wird in heutigen Migrationsgesellschaften zurückgegriffen, um Geschlecht bzw. Ethnizität als different zu markieren? Wie werden rassistische, sexistische und homophobe Zuschreibungen, die beispielsweise aus orientalistischen Konstruktionen des Ostens oder der Rassentheorie des Nationalsozialismus stammen, heute noch wirksam? Wie wird durch diese Markierung von Differenz Männlichkeit bzw. Whiteness unsichtbar gemacht und Herrschaft stabilisiert?

Während des Seminars sollen feministische, queere und anti-rassistische künstlerische Praktiken und ästhetische Strategien diskutiert werden, die von der feministischen Mediennutzung der 70er Jahre im Expanded Cinema, Body Art und Performance über queere Politiken der 90er Jahre bis hin zu zeitgenössischen ästhetischen Praktiken queer-feministischer Migrant_innen reichen. Wie können bestehende Repräsentationsformen unterlaufen werden? Welche Möglichkeiten stehen Marginalisierten zur Verfügung, um über eigene Repräsentationen zu entscheiden? Welche ästhetischen Formen werden dafür genutzt?

Commons als politische Strategie und wissenschaftliches Analyseinstrument

Brigitte Kratzwald (Graz)

Seit einigen Jahren ist der Begriff „Commons“ in aller Munde. In den unterschiedlichsten Wissenschaftsbereichen ebenso wie den sozialen Bewegungen und Medien verwendet, scheint er wenig konkret und schwer fassbar. In der LV sollen die rechtliche, die institutionelle, die ökonomische und die politische Dimension der Commons ebenso wie verschiedene Anwendungsbereiche und die Verwendungsmöglichkeiten des Konzeptes als Analyseinstrument für kollektive soziale Praktiken erarbeitet werden. Außerdem wird das emanzipatorische Potenzial der Commons und auch die Gefahr ihrer Vereinnahmung diskutiert.

Buch zum Seminar: Helfrich, Silke / Heinrich Böll Stiftung (2012): Commons. Für einen neue Politik jenseits von Markt und Staat. Transcript Verlag.

Ablauf und Inhalte als PDF

Widerstandsrecht, Solidarität, Utopie: Perspektiven der neueren Protestbewegungen

Hans-Martin Schönherr-Mann (Wien)

Einerseits wird das Seminar den Aktivitäten der neueren, aber auch den früheren Protestbewegungen nachgehen, etwa des letzten halben Jahrhunderts. Dabei wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, welche Formen von Protest und Widerstand dabei stattfanden, welche ethischen Orientierungen die Protestierenden haben und welche Rolle das utopische Denken dabei spielt. Andererseits wird historisch als auch systematisch in die drei Problemfelder des Widerstandsrecht, von Solidarität und Verantwortung und des utopischen Denkens eingeführt, so dass ein doppelter Vergleich der neueren Protestbewegungen möglich wird, erstens mit älteren, zweitens mit der Ideengeschichte und Diskursanalyse.

Stadtschreibwerkstatt – journalistische Stadtaneignung und BürgerInnenjournalimus

Andreas Wiesinger (Innsbruck)

Eine demokratisierte Medienwelt setzt voraus, dass wir alle Knotenpunkte der Kommunikation sind, die nicht nur konsumieren, sondern selbst Inhalte gestalten und Meinungen und Standpunkte formulieren, statt nur auf gegebene Information zurückzugreifen. Thematischer Kontext soll dabei das kulturelle und politische Geschehen in Innsbruck sein, welches kritisch analysiert, kommentiert oder parodiert werden kann. Wir wollen uns also mit unserem gemeinsamen gesellschaftlichem Umfeld auseinandersetzen und zusammen Themen diskutieren und journalistische Beiträge gestalten.

(Ausführlichere Beschreibungen und Literatur in unserem Programmheft und im LV-Verzeichnis. Und es gibt auch ein Plakat für Propagandezwecke.)

Welcome Plenum am 29. Mai

Liebe enagierte, kritische, kreative, hinterfragende Menschen,

falls es euch auch deprimiert, dass Institute nur mehr die
allernötigsten Lehrveranstaltungen anbieten, deren Themen sich nur am
„Mainstream“ orientieren und kein Platz mehr für kritische, kreative
und interaktive Lehrveranstaltungen bleibt, und wenn ihr etwas dagegen
tun wollt, dann wären wir höchst erfreut, euch bei der Kritischen Uni
begrüßen zu dürfen.

Beste Gelegenheit dazu wäre unser *Welcome Plenum* am *29. Mai*, bei dem
wir gemeinsam das nächste Semester planen wollen.

Die Kritische Uni ist eine von #unibrennt ins Leben gerufene Initiative,
wo Studierende selbst nach eigenen Interessen und Prioritäten kritische
Lehrveranstaltungen (in Form vom Vorträgen, Vorlesungen, Seminaren,
Workshops, etc.) organisieren, und für die es schlussendlich auch Noten,
Scheine und ECTS gibt. Dazu brauchen wir engagierte Menschen, Ideen,
Austausch, sprich wir brauchen euch!

Wir freuen, erwarten und grüßen,
das Kritische Uni-Team

*Kritische Uni – Welcome Plenum – 29. Mai, 20:00 – im geiwimax
(Studiraum an der Geiwi, gleich neben dem alten Haupteingang)*

www.kritischeuni.at – kritischeuni@sowimax.at

Gastvortrag M. Markard: „Wie emanzipatorisch kann/sollte Psychologie sein?“

„Wie emanzipatorisch kann/sollte Psychologie sein?“
Ansätze der Kritischen Psychologie

Prof. Dr. Morus Markard

(Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der FU Berlin,
Arbeitsbereich Subjektforschung und Kritische Psychologie)

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang G. Weber

Donnerstag 03. Mai, 18.00 Uhr
Hörsaal 5
Innrain 52, Hörsaaltrakt

Institut für Psychologie sowie Fachgebiet Angewandte Psychologie in Zusammenarbeit mit der Kritischen Uni.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Lehrveranstaltungen der Kritischen Uni im SS 2012

(Zeiten und Orte im LV-Verzeichnis der Universität Innsbruck. Nicht-Studierende sind auch ohne vorige Anmeldung über LFU:online willkommen.)

Seminar “Politisches Theater performen!”

Nicolas Dabelstein (Autor & Regisseur, Innsbruck)

Zum Vortragenden:
2002 Gründung und Leitung der freien Theatergruppe „theater turbine“ in Wien.
2000-2006 Regiearbeiten in der Arena, Volkstheater, dieTheater Künstlerhaus, Schauspielhaus und Theater Drachengasse in Wien.
Seit 2006 freier Autor und Regisseur u.a. für den ORF, 3Sat, Arte, Dokumentarfilmmacher, zuletzt 2009 „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“, Drehbuchautor.
Seit 2009 Lehrer für szenischen und künstlerischen Unterricht an der Schauspielschule Innsbruck, Regiearbeiten in Innsbruck u.a. am Tiroler Landestheater, Tiroler Dramatikerfestival und bei „theater trifft“.

Inhalt:
Im Workshop “Politisches Theater performen!” werden wir uns mit der Theorie und Praxis der Geschichte des deutschsprachigen politischen Theaters von Erwin Piscator bis Rene Pollesch auseinandersetzen. Das Ziel dieser Lehrveranstaltung ist jedoch dies nicht nur geisteswissenschaftlich-intellektuell, sondern auch kreativ-sinnlich zu tun und beide Aspekte zu vereinen. Das heißt, dass sich die Studierenden von den recherchierten Themata zu theoretischen Vorträgen einerseits und dann in weiterer Folge zu künstlerischen Performances inspirieren lassen. Diese werden unter der Anleitung des LV-Leiters zu einer einzigen Abschlussperformance verschmolzen, die am Ende des Semesters an der Universität aufgeführt werden soll.

Seminar ““Schönheit fördert das Wachstum von Humanität“ (Friedrich Schiller) – Vom Nutzen der Schönheit”

Petra Kofler (Innsbruck)

Inhalt:
Schönheit und Nützlichkeit – ein Widerspruch? Ist es überhaupt sinnvoll, sich in Zeiten einer Wirtschaftskrise mit dem Thema Schönheit auseinanderzusetzen und dann auch noch nach dem Nutzen von Schönheit zu fragen? In einer Zeit, wo die Ratio stark überbewertet wird, die Aufgaben stark zweckgewidmet sind und sich alles rechnen und schließlich evaluieren lassen muss? Schönheit lässt sich nicht evaluieren, liegt sie doch meist im Auge des Betrachters/der Betrachterin. Zudem erfordert sie Zeit und Muße mit dem Ergebnis, emotional zu berühren. Worin liegt das Geheimnis von Schönheit? Ist Schönheit reine Geschmacksache? Ist sie überhaupt notwendig und nicht unnötiger Luxus?
In diesem Seminar wollen wir uns dem Geheimnis Schönheit annähern, und zwar dem Schönen in der Natur, in der Kunst und dem Schönheitshandeln – “sich schön machen” – von Frauen und Männern im Hinblick auf Nutzen und Einfluss in unserer Gesellschaft.

Seminar “Konzepte und Forschungsergebnisse der Kritischen Psychologie”

Sabine Gamper und Sebastian Roth (Innsbruck)

Inhalt:
Das Seminar soll Raum zur aktiven Auseinandersetzung mit Denkweise und Grundbegriffen der Kritischen Psychologie (im Sinne Holzkamps) geben. Die Kritische Psychologie entwickelte sich ausgehend von der Wissenschaftskritik der StudentenInnnenbewegung zu einer Gesellschafts- und Psychologiekritik im weitesten Sinne. Sie distanziert sich beispielsweise von der experimentellen psychologischen Forschung und entwickelt einen alternativen methodischen und wissenstheoretischen Ansatz. Der Mensch wird in der Kritischen Psychologie nicht als isoliertes Individuum betrachtet, sondern in seiner gesamtgesellschaftlichen Verwobenheit. Es geht darum Menschen (im Forschungsprozess) nicht wie Objekte zu behandeln, die durch Umwelt- und genetische Faktoren determiniert sind. Stattdessen werden Menschen als begründet handelnde Subjekte gesehen – als MitforscherInnen – die in der Lage sind, sich ihrer Umwelt nicht nur anzupassen, sondern diese zu verändern.

Seminar “kritisches Gewebe knoten”

Judith Klemenc (Innsbruck)

Inhalt:
Wir werden uns nicht nur mit der Frage: „Was ist Kritik?“  auseinandersetzen, sondern uns vor allem der Frage als politisches, soziales und personales Subjekt stellen. Wir werden uns ihr aussetzen, uns darin dezentrieren, verschieben, so dass Variationen von Subjektfigurationen mehrwertige Handlungsperspektiven eröffnen. Wir werden kreative und partizipative Entfaltungen spinnen und ein kritisches Gewebe knoten, so dass sich mannigfaltige Bewegungsmöglichkeiten in vielseitigen Richtungen eröffnen. Wir werden Stränge der Prozesserhaltung und Prozessumformung verweben um so in einer vielleicht auch reflexiven Anerkennung des Anderen als Andere von uns ein kritisches Gewebe mit einer Solidarität verknoten, die in Prozessen der Desubjektivierung zu kritischen Handlungsweisen ermutigen.

Seminar “Politische Philosophietheorien”

Tilo Schabert (München)

(entfällt leider)

Seminar “Sozialer Widerstand. Die Kulturen von sozialen Bewegungen.”

Sandra Schildhauer, Andrea Umhauer

Inhalt:
Innerhalb des Seminars werden verschiedene Aspekte sozialen Widerstands analysiert und diskutiert. In Augenschein genommen werden die gesellschaftliche Verortung bestimmter Bewegungen, ihre Formen und Inhalte ebenso wie ihre Bedeutung für eine kritische Gesellschaftstheorie.
Verschiedene Formen politischer Repression und gesetzlicher Verschärfungen bringen Menschen auf die Straße, um sich für die Ziele einer politischen Zivilgesellschaft einzusetzen und gegebene Machtverhältnisse zu verschieben. Protestformen in Entstehung und Entwicklung, wie etwa ihre politische Vereinnahmung und Militarisierung, werden ins Blickfeld gerückt. Anhand von Beispielen werden auf theoretischer Ebene die Möglichkeiten sozialen Widerstands als kritische Praxis der Negativität durchleuchtet. Themenschwerpunkte sind die politische Einordnung der #unibrennt Bewegung in Österreich, eine kritische Diskussion über Basisdemokratie und gruppendynamische Prozesse und eine Analyse des Einsatzes verschiedener Kommunikationskanäle innerhalb der Bewegung. Des Weiteren lassen sich anhand der Tierrechtsprozesse die Kriminalisierung von Protest und die staatliche Repression gegenüber politischen Aktivist*innen aufzeigen. Als dritter thematischer Block wird die Bedeutung des zapatistischen Aufstands in Mexiko als Teil eines weltweiten Strebens nach Verschiebung von Machtverhältnissen hinzugezogen.
Interessenschwerpunkt können während des Semesters festgelegt, ergänzt etc. werden.


Vortrag “Vorratsdatenspeicherung – Notwendiges Ermittlungswerkzeug oder Symptom eines repressiven Staates?”

Clemens Lassnig
Donnerstag 19.4., 19:00 in Geiwi HS 2

Inhalt:
Mit 1. April 2012 wird Österreich die Vorratsdatenspeicherung einführen und man implementiert damit eine sehr umstrittene Methode mit dem Ziel der Gefahrenprävention. Von ihren BefürworterInnen wird sie als unumgänglich bezeichnet, KritikerInnen hingegen sehen darin eine Verletzung der Grundrechte und einen Schritt zum Überwachungsstaat. Der Vortrag soll allen Interessierten einen Überblick über die verschiedenen Aspekte dieses Themas geben, das einerseits medial unterrepräsentiert aber andererseits in Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre von äußerster Wichtigkeit ist.

Viel Spaß mit dem Angebot der Kritischen Uni im SS 2012!

Ent-/Demokratisierung an den österr. Unis

Mitbestimmung fand sich in einigen Bildungskonzeptionen noch als zentraler Faktor (vgl. Klafki), seit 2002 wird diesbezüglich fleißig Abbau betrieben. Dies betrifft studentische Beteiligung an Entscheidungsprozessen an den Universitäten in Österreich, aber auch MitarbeiterInnen des Mittelbau und den Senat als einzig demokratisch gewähltes Gremium innerhalb der Institution.

Die Tendenz geht hin zu autokratischen Entscheidungen eines durch das zu 3 Siebteln vom Ministerium besetzten Universitätsrat kontrollierten Rektorats.

Eine Gegenüberstellung der Mitbestimmungsstrukturen des UOG1993 und des UG2002 hat Prof. Wolfgang Weber freundlicherweise erstellt – mit dem Gedanken der Auseinandersetzung, der Weiterverbreitung und möglicher Veränderung!

UOG93_vs_UG2002_URÄG_2009_DEMOKRATIEABBAU

!Exkursion nach Myanmar!

Liebe Studierende,

im Oktober 2010 findet unter der LV-Leitung von Prof. Dr. Jörg Becker eine 2-wöchige Exkursion nach Myanmar statt. Wenn Ihr Interesse habt, informiert Euch hier: exkursion_myanmar_infopaket_v2 [Achtung, die Infos wurden am 26.Juli2010 überarbeitet!!].

Anmeldeschluss: 1. Sept. 2010
Anmeldung unter: joerg.becker [at] komtech.org
TeilnehmerInnenbegrenzung: 20 TN

Die Exkursion läuft im Rahmen der kritischen Universität, leider stellt die Uni keine Gelder für Studierende und LV-Leiter zur Verfügung.