LVs der Kritischen Uni im WiSe 2014

(Zeiten und Orte im LV-Verzeichnis der Universität Innsbruck, werden teilweise noch aktualisiert. Nicht-Studierende sind auch ohne vorige Anmeldung über LFU:online willkommen.)

Aktuelle Probleme der Kritik der Politischen Ökonomie

(Elmar Flatschart)

Probleme aus dem Feld der Kritik der Politischen Ökonomie in Anschluss an Karl Marx‘ ökonomiekritisches Spätwerk haben in den letzten Jahren eine umfassende akademische und außerakademische theoretische Diskussion erfahren. Insbesondere angesichts rezenter krisenhafter Entwicklungen im kapitalistischen Weltsystem hat diese zuerst oftmals eher philologische und/oder relativ abstrakte Diskussion auch eine ‚praktische‘ Wende erfahren: immer mehr Wissenschafter_innen entdecken den Gebrauchswert Marxscher Analysen für die Erforschung gegenwärtiger Transformationen im Wechselspiel von Politik und Ökonomie. Tatsächlich scheint das Potential der Kritik der Politischen Ökonomie gerade in jenen ‚makrotheoretischen‘ Feldern, in denen neoklassische und keynesianische Ansätze vielfach versagt haben, groß zu sein, da sie es besser bewerkstelligt, eine interdisziplinäre und (selbst-)kritische Perspektive zu ermöglichen. Doch viele dieser Wiederentdeckungen Marxscher Fragmente bauen nicht auf einer fundierten Rezeption des theoretischen Korpus von Marx und der folgenden kritischen Marxinterpretation auf, was zu teils problematischen Verkürzungen und Fehldeutungen führt. Im Seminar sollen deshalb einige zentrale Themenfelder der Kritik der Politischen Ökonomie problemorientiert verhandelt werden. Das Niveau und die Themenauswahl der Auseinandersetzung wird teilweise in Rücksprache mit den Studierenden festgelegt werden.

Islamische Geschichte: Religiöse Spaltungen, Literatur, Sufismus und Fundamentalismus

(Mostafa Vaziri)

Ziel der Lehrveranstaltung ist, die historische Entwicklung dieser Strömungen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert im Nahen Osten und teilweise in Nordafrika darzulegen, zu analysieren und zu diskutieren.

Die Lehrveranstaltung beschäftigt sich mit dem Ursprung der islamischen Religion im siebenten Jahrhundert. Untersucht und diskutiert werden die Spaltungen im religiösen Bereich (Schiismus und Sunnismus) und das Entstehen verschiedener Kalifate und Dynastien  in islamischen Gesellschaften. Die Entwicklung von Literatur, Sufismus, Wissenschaft und Kultur weist philosophische, aber auch fundamentalistische Dimensionen auf. Diese Themen  werden ausführlich erörtert.
(Unterrichtssprache: Englisch und Deutsch.)

Subjekt – Körper – Kunst

(Judith Klemenc)

Das Seminar dient zum Erwerb von Schlüssel- und Kernkompetenzen, von Kunst aus die Interdependenz von Subjekt – Körper – Kunst zu erforschen,umvon diesem Hintergrund aus, das UnBestimmbare und Namenlose als konstitutiv für Welt- und Selbsttransformationen zu erachten.

Kunst hat mit dem Namenlosen und mit Körper zu tun, stellt normative Subjektkonstruktionen in Frage und in Hinsicht darauf aktivieren künstlerische Prozesse mögliche Subjektformationen, die tradierte Welt- und Selbstverhältnisse verunsichern. Wir werden diese Verunsicherung durch eine diversifizierte Versammlung künstlerischer Praktiken anregen, die der Vielfalt der Perspektiven – zwischen – Performance, Fotografie, Grafik, Literatur, sowie dem Gestalten von Ausstellungen – Rechnung tragend, der Interdependenz von Subjekt – Körper – Kunst zu erforschen.

Das Seminar ist in drei Blöcke gegliedert:

●     Theorie/Reflexion,

●     Kunst/Prozess und

●     Ausstellung/Dokumentation.

Die drei Blöcke greifen stark ineinander über und ermöglichen es, neue und andere Figuren des Welt- und Selbstverhältnisses hervorzubringen, die mannigfaltige, einander ergänzende aber auch kontroverse und beunruhigende Deutungen eröffnen.

Gesellschaft – Bildung – Protest. 5 Jahre unibrennt – studentischer Protest in Zeiten der Instrumentalisierung von Bildung

(Martin Haselwanter)

Ziel der Lehrveranstaltung ist das Erlangen der Erkenntnis einer grundlegenden Verbindung von gesellschaftlichen Verhältnissen, Bildungsvorgängen und Protestbewegungen. Anhand der Betrachtung der sich im Herbst 2009 konstituierenden, studentischen unibrennt-Bewegung wird dabei verdeutlicht, wie sich dieses Wechselverhältnis in der Praxis zeigt. Konkret wird auf zentrale Elemente der unibrennt-Aktionen eingegangen sowie die Frage beantwortet, inwieweit auch gegenwärtig Gründe für Protest vorhanden sind.

Das Seminar ist in drei, dialektisch miteinander in Verbindung stehende Blöcken unterteilt. Im ersten wird anhand der gemeinsamen Lektüre klassischer Texte (Humboldt, Marx, Liebknecht etc.) die Verbindung von Gesellschaft, Bildung und Protest diskutiert. Anschließend wird im Rahmen des zweiten Teils auf Ursachen, Forderungen und zentrale Charakteristika der unibrennt-Bewegung eingegangen. Abschließend wird im dritten Abschnitt auf studentischen Aktionismus nach dem Ende der Bewegung sowie auf (potentiell) aktuelle Protestideen rekurriert.

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