LVs der kritischen Uni im SoSe 2016

Gemeinschaft, Land(raub) und Widerstand gegen den Kapitalismus

Stefanie Knoll

Lernergebnis:
Ziel der Lehrveranstaltung ist die Diskussion der Frage wie sich Gemeinschaft im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaft zeigt. Dabei wird konkretisiert, inwieweit der Kapitalismus erst durch die Zerstörung unterschiedlicher Gemeinschaftsformen sowie den Raub von Land entstehen konnte. In Wechselwirkung zu diesem kapitalistischen Voranschreiten werden verschiedene Formen des Widerstandes, die ihrerseits für die Beibehaltung gemeinschaftlicher Formen eintreten, vom Mittelalter bis heute betrachtet und in der Lehrveranstaltung mit Bezug zur Gegenwart und Tirol diskutiert.

Inhalt:
Das wöchentlich stattfindende Seminar wird sich zuerst theoretisch mit dem Begriff Gemeinschaft beschäftigen, wie sich dieser im Laufe des Kapitalismus verändert hat, und wird dann historisch verschiedene Gemeinschaften kennenlernen und diskutieren, die sich seit dem Aufkommen des Kapitalismus kritisch dagegen organisiert haben. Dabei werden in erster Linie progressive soziale Bewegungen betrachtet und deren Kämpfe um Land, wie etwa die Aufstände in England gegen den Verlust der Almende der Landbevölkerung, der Widerstand der Arbeiter_innen gegen die Machinisierung der Arbeit, die Pariser Kommune von 1871, die Spanische Revolution von 1936, die 68er Bewegungen, sowie die neue sozialen Bewegungen von den Zapatistas zur Antiglobalisierungsbewegung bis zu Occupy und aktuelle Gegenkulturen wie guerilla gardening.

Nach einer theoretischen Einführung in den ersten Lehrveranstaltungen, werden die darauffolgenden Themen von den Studierenden gewählt. Darüber kann in der ersten Einheit abgestimmt werden.

Emanzipationstheater

Theorin Julian Oess
Anisa Lucia Schlichtling

Lernergebnis:
Das Ziel der Lehrveranstaltung ist die Entwicklung und Umsetzung eines gesellschaftskritischen Theaterstücks.
Neben der Auseinandersetzung mit dramaturgischen Grundlagen sowie theoretischen Grundlagen der kritischen Theorie, sollen im Rahmen dieses Prozesses neue Perspektiven und Handlungsräume in Bezug auf ein gesellschaftspolitisches Thema ergründet und szenisch erprobt werden. Ziel ist es, Widersprüche innerhalb der Gesellschaft anhand eigener Erfahrungen, sowie der Lektüre ausgewählter Texte zu erforschen und in Szenen darzustellen. Durch die szenische Umsetzung wird ein Raum geschaffen, in dem sich die AkteurInnen auf küntlerisch-spielerische Weise auch mit ihrere eigenen Position kritisch auseinadersetzen können und so alternative Möglichkeiten des Spielens und Handelns erschließen können.

Inhalt:
In Anlehnung an Augusto Boals Theater der Unterdrückten nutzen wir das Theaterspiel als Mittel der Emanzipation und Befreiung. Auf Basis der theoretischen Auseinandersetzung mit kritischen Theorien zu Machtverhältnissen, Beschleunigung und Entfremdung, Sexualität, Spontanität, Flexibilität und Identität werden wir fiktive Rollen und Theaterszenen entwerfen. Im Laufe der Drehbuchentwicklung und Inszenierung wollen wir versuchen spielerisch neue Handlungsräume zu ergründen, welche die konflikthaften Wirkungsdynamiken durchbrechen. Im Rahmen dieses angeleiteten Prozesses werden SeminarteilnehmerInnen sich sowohl mit kritischen Texten beschäftigen, als auch ein eigenes Drehbuch schreiben sowie eigene Rollen inszenieren und spielen, so dass am Ende ein kurzes Theaterstück oder eine kritische Performance entsteht. Es werden keine Kenntnisse vorausgesetzt, lediglich die Bereitschaft sich auf den kreativen Prozess einzulassen.

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